ISSN Print: 1019-5394

ISSN Online: 2309-7477

recht & gesellschaft - S. 305 - 313

Der Artikel kritisiert die gängige Darstellung der Menschenrechtsgeschichte als eine „weiße“, lineare Erfolgsgeschichte als historisch verkürzt, da sie Beiträge „schwarzer“ Akteur*innen zur Universalisierung und Radikalisierung der Menschenrechte ausblendet. Am Beispiel antikolonialer Bewegungen im Paris der Zwischenkriegszeit wird gezeigt, wie sich koloniale Akteur*innen den westlichen Menschenrechtsdiskurs strategisch aneigneten. Sie nutzten die Sprache der Rechte, um die Widersprüche des Kolonialismus aufzudecken und antirassistische Forderungen zu formulieren.

recht & gesellschaft - S. 326 - 338

Ein Jahr nach der vollen Wirksamkeit des Digital Services Act (DSA) zeigt sich: Der häufig erhobene Vorwurf, er diene als Instrument der Zensur oder schränke die Meinungsfreiheit unverhältnismäßig ein, hält einer rechtlichen und systematischen Analyse nicht stand. Vielmehr verfolgt der DSA einen ausgewogenen Ansatz, der Sorgfaltspflichten für Anbieter von Vermittlungsdiensten und die Wahrung von Nutzer:innenrechten verfahrensrechtlich im Sinne der bereits ergangenen Rechtsprechung des EuGH absichert.