Eine Analyse mit Franz Kafka und Linda Alcoff

Franz Kafka verfasste 1922 ein Fragment, später mit „Fürsprecher“ betitelt, welches einfühlsam mit Worten wie Fürsprecher, Fürsprache und Gesetz arbeitet. Diese literarischen Bilder lassen sich nutzen, um vor dem Hintergrund der kelsenianischen Rechtstheorie, einer feministischen Philosophie zu Sprechritualen, und Kafkas literarischen Beobachtungen zum Rechtsleben zu ergründen, wie das Für-Andere-Sprechen im Recht ethische Probleme aufwirft. Für (genauso wie über) Andere zu sprechen wird den Anderen unweigerlich nicht ganz gerecht. Das Recht erfordert und institutionalisiert aber solches Sprechen, zB für rechtsfreundliche Vertretung. Denkimpulse aus der Philosophie Linda Alcoffs sollen dazu dienen, die moralische Verantwortung von Fürsprecher:innen im Recht zu reflektieren.